Blonde Engel aus Finnland

Eines hatten Mäc und ich gemeinsam. Die Suche nach immer neuen Mädels. Eines Tages trat er mit einer – wie er glaubte – Superidee an mich heran.
„Was hältst du davon, wenn wir einfach ins Unigebäude gehen. Jeder wird uns für Studenten halten. In den Fluren laufen viele Weiber rum. Die können wir dann leicht anbaggern“, strahlte er erwartungsvoll.
„Ich glaube, du stellst dir das zu einfach vor. Nee, hab keine Lust dazu“, wehrte ich ab.
„Ich werde dir beweisen, dass ich recht habe“, antwortete er ein wenig trotzig.
Und wirklich, er lieferte den Beweis. Zwei Tage später rief er an. Und plapperte aufgeregt los.
„Ich hoffe, du hast Zeit. Ich bin hier in der Uni. Habe eben zwei Finninnen klargemacht. Zwei sind mir zu viel. Schmeiß dich in deine Karre und komm her“.
„Sprechen sie wenigstens Deutsch?“ war meine erste, praktische Frage.
„Klar. Wie hätte ich sie denn sonst anbaggern können? Glaubst du etwa, ich spreche auch schon Finnisch?“
„Du bist super, Junge. Ich komme. Bin in zwanzig Minuten bei dir“.
Wie empfohlen schmiss ich mich in meine Karre. Finninnen!! Das war ja wirklich mal etwas Neues. Neugierig und erwartungsvoll traf ich an der Uni ein. Da stand mein Aufreißer. Flankiert von zwei blonden Geschöpfen. Lachend kamen die drei mir entgegen. Mäc stellte sie und mich vor.
„Die hier ist belegt“, zog er die kleinere Blonde an seine Seite.
„Und du sollst für mich bestimmt sein?“ fragte ich mit süßer Stimme den anderen Engel.
„Ja, schöner deutscher Mann. Oder gefalleich dir nicht?“ umarmte sie mich.
Das fing ja gut an. Nicht ich, sie machte Komplimente. Der Tag versprach einiges. Doch Komplimente waren auch mein Ding.
„Gefallen ist gar kein Ausdruck. Ich bin begeistert. Ich wandere aus, werde Finne und wir heiraten“, schmeichelte ich.
Die Blondinen lachten herzhaft. Mäc nicht.
Er kannte meine Sprüche.
Die beiden waren wirklich reizend. Hätte ihnen stundenlang lauschen können. Der
entzückende Akzent weckte Gefühle in mir. Für die es noch zu früh war.
Bevor wir in meinen Wagen einstiegen, flüsterte Mäc verstohlen „Glaubst du jetzt, dass man an der Uni Weiber anbaggern kann?“
„Bei dem Erfolg“, wies ich auf die blonden Geschöpfe, „kann ich das wohl schlecht abstreiten“.
Gemeinsam verbrachten wir den Tag. Präsentierten dabei unsere Schokoladenseiten. Ausflug an eine Talsperre. Tretboot. Cafébesuch. Spaziergänge Hand in Hand durch den Wald. Lustige Storys, gewürztmit wohl dosiertem Schmeicheln. All das erzeugte eine lockere Stimmung und ließ die Zeit schnell vergehen.
So ergab es sich fast zwangsläufig, dass die blonden Engel zustimmten, den Tag in der Gartenlaube meiner Eltern ausklingen zu lassen.
Bewaffnet mit alkoholischen Getränken und Kerzenlicht verwandelten wir die Laube im Nu in einen romantischen Ort. Kerzenlicht und Alkohol erzeugten die gewünschte Wirkung. Erste Zärtlichkeiten wurden ausgetauscht. Stimmung und Hormone stiegen. Sowohl auf männlicher wie auch auf weiblicher Seite.
Da die Laube eine große, überdachte Vorlaube hatte, konnte die Lage leicht geklärt werden. Ich überließ Mäc die Vorlaube, in der sich ‚zufällig‘ ein Sofa befand.
Ich zog mich in den Hauptraum zurück. Wo sich auch rein ‚zufällig‘ ein Bett befand. Die Voraussetzungen waren also gut.
Nicht nur wir Männer hatten auf das, was nun folgen würde, gewartet. Die blonden
Engel schienen es noch sehnlicher erwartet zu haben.
Sobald wir allein waren, ergriff meine Partnerin Lena sofort die Initiative. Es kam fast einer Vergewaltigung gleich. Entweder war sie sexuell ausgehungert. Oder sie war von mir beeindruckt. Egal, wie auch immer. Sie war umwerfend. Ich konnte mich ihren heftigen Aktionen nicht entziehen. Ohne Tabus genossen wir unsere Nacktheit. Nichts wurde ausgelassen. Alles wurde ausprobiert. Wir trieben uns gegenseitig in immer neue Sphären. Es war unglaublich. Als wir uns anschließend befriedigt in den Armen lagen, flüsterte ich „Ich werde wohl doch nach Finnland auswandern. Du bist unbeschreiblich“.
Lachend zwickte sie mich leicht in mein bestes Stück. Drohte mit demselben Lachen „Das Beste, kommt doch erst. Erhole dich ein wenig. Dann zeige ich dir, wie man in Finnland Liebe macht“.
Dachte ich an einen Scherz, überzeugte sie mich vom Gegenteil.
Zwei Zigarettenlängen gönnte sie mir eine Pause. Dann wollte sie mehr. Machte ihre Drohung wahr. An und für sich hatte ich genug. Was auch mein bestes Stück signalisierte.
„Lass nur. Bleib einfach liegen. Bald wird deine Lust wieder da sein“.
Und so war?s. Sie schaffte es. Meine Erregung wuchs zum zweiten Mal. Das Vorherige wurde noch übertroffen. Lena war in Sachen Liebe eine erfahrene Expertin erster Güte.
In gegenseitigem Einverständnis blieben wir die Nacht in der Laube. Jetzt noch ins Auto? Nein! Zu erschöpft waren Laube und Vorlaube. Wo es ähnlich abgegangen sein musste.
Fast schon eingeschlafen fiel mir mit Schrecken ein, dass ich nicht verhütet hatte. Zu heiß und schnell war alles abgegangen. Ich hatte einfach auf Lenas Vorsorge vertraut.
Wenn dem nicht so war, spielt vielleicht heute in irgendeinem finnischen Verein ein guter Fußballer mit deutschen Genen. Vater unbekannt!!
Am folgenden Tag fuhren wir die Frauen zu ihrer Pension. Eine Umarmung. Ein Kuss.
Ende.
Oft noch erinnerten wir uns gerne an die heiße Nacht in der Laube. Die Frage, ob
Mäc und ich für die blonden Engel ein Intermezzo waren, das sie am nächsten Tag abgehakt hatten, wird wohl für immer unbeantwortet im Raum stehen.

Hubert
Unabhängig davon, ob ich einen Krimi, einen normalen Roman oder ein Tierbuch schreibe, achte ich darauf, dass der Humor nicht zu kurz kommt. Zudem kann ich als Kölner kein Blatt vor den Mund nehmen. Das Ergebnis ist ein locker, flockiger Schreibstil, der auch die Erotik nicht außen vor lässt.
Hubert

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