Desiree, die Atombombe

Eine wahre Fundgrube für Erlebnisse der Kategorie erotische Kurzgeschichten bietet der Urlaub. Zeitlich begrenzter Urlaub erlaubt selten etwas von Dauer. Abhängig von Alter, Reife oder Gesundheit ist die Motivation für Reisen in ferne Länder verschieden. Erschöpfte Menschen suchen Erholung vom Alltagsstress. Reife Menschen bevorzugen Land, Sitten und Leute zu erforschen. Überwiegend junge Menschen sind begierig auf Abenteuer.
Ein Urlaub in jungen Jahren. Ein Urlaub also, der Abenteuer bringen sollte.

Mit Freunden in Spanien. Zu viert. Unser Wohl hatten wir einer Reisegesellschaft anvertraut. Am zweiten Tag ging es in ein nahegelegenes Tanzlokal. Unternehmungslustig, was der Abend bringen möge, nahmen wir Platz. Und erblickten sie. Eine Göttin. Atemberaubender Body. Perfekte Gesichtszüge. Und sie war solo!! Wie war das möglich? Allein? So ein Geschöpf?
Antworten der besonderen Art erhielten wir bald darauf. Musik erklang. Ein junger Mann erhob sich. Bat die Göttin um einen Tanz.
„Zisch ab“, scheuchte sie den Mann weg. Jeder, der es wagte, an ihren Tisch zu treten, wurde mit beleidigenden Worten verscheucht. Oder mit abwertenden Gesten davongejagt. Was hatte sich der Himmel bei ihrer Schöpfung bloß gedacht? Ein unfassbar gutes Aussehen, gepaart mit Manieren wie ein alter Turnschuh. Unglaublich. Das forderte mich natürlich heraus. Bewaffnet mit dem großen Hotelschlüssel wagte ich mich an ihren Tisch. Gefolgt von den neugierigen Blicken meiner Freunde.
„Darf ich Sie um diesen Tanz bitten, schöne Frau?“ begann ich erlesen höflich. Wie nicht anders erwartet schleuderte sie mir verächtlich
„hau ab“ ins Gesicht. Ich blieb. Ich haute nicht ab.
„Weshalb soll ich denn abhauen? Draußen parkt mein Porsche“, hielt ich ihr den großen Hotelschlüssel hin, „und nach dem Tanz wollte ich Sie zu einer Spritztour einladen“.
Sie sah auf den Schlüssel. Erkannte sogar den Scherz. Und lächelte.
„Sie sind ja von der Natur bereits mit Schönheit gesegnet worden. Doch wenn Sie lächeln, werden sie sogar noch schöner“, dankte ich ihr Lächeln. Anschließend beugte ich mich zu ihr runter und flüsterte verschwörerisch. „Ich habe mit meinen Freunden gewettet, dass Sie mit mir tanzen werden. Bitte seien Sie lieb und helfen mir, die Wette zu gewinnen“.
Wahrhaftig. Sie stand auf. In Siegerpose folgte ich ihr zur Tanzfläche. Okay, die Göttin tanzte mit mir. Aber wie! Kaum auf der Tanzfläche presste sie ihren Körper an mich. Spürte dabei in meiner Hosentasche den Schlüssel oder ein Taschentuch. Dinge, die sie störten. Wie sie mir sofort auf elegante Art vermittelte. „Tu den Mist mal weg. Ich will deinen Schw**z spüren. Will spüren, wie er hart wird“, forderte sie. „Was hast du gesagt?“ ging auch ich zum Du über.
„Ich will deinen Schw*z spüren, keinen andern Mist“, wiederholte sie ungeduldig. Ich hatte also richtig gehört! Nie zuvor hatte ich diese Worte beim Tanz aus dem Mund einer Frau vernommen. Zu jener Zeit befanden wir uns im damals noch puritanischen Spanien. Was uns umgehend klargemacht wurde. Der herbeigeeilte Kellner stoppte den eigenwilligen Tanzstil. Genauer gesagt, ihr nicht zu übersehendes Scheuern an meiner unteren Region.
„Hören Sie bitte sofort auf zu tanzen. So können sie vielleicht in Deutschland tanzen. Hier nicht“.
Ihren traumhaften Körper an mich gepresst zu fühlen, war durchaus angenehm. Hämisch grinsende Beobachter waren es jedoch nicht. Erleichtert begleitete ich sie zu ihrem Tisch.
„Wäre es dir recht, wenn wir uns zu dir setzen?“ wies ich fragend auf meine Freunde. Eine kurze Musterung, ein knappes Nicken.Wir durften. Dies war der Anfang unseres Abenteuers. Zehn Tage teilten wir uns eine Göttin mit Kurven, von denen jeder Mann träumt. Egal ob alt oder jung. Eine Göttin aber auch, die bei der Vergabe des Hirns abwesend gewesen sein musste. Oder versäumt hatte, hier zu rufen.
Ohne Tabus erzählte sie aus ihrem Leben. In einer Düsseldorfer Bar erfreute sie die Gäste mit heißen Strips. Unter dem Namen Desiree, die Atombombe. Am Strand präsentierte sie ihren unvergleichlichen Körper in einem Hauch von Bikini. Unsere bewundernden Blicke sie deutete vollkommen richtig.
„Möchtet ihr mich f…?“ vergewisserte sie sich überflüssigerweise immer wieder. Welcher junge Mann sagt bei diesem Angebot und diesem Körper schon Nein? Wir nicht. Nacheinander schleppte sie jeden in ihr Hotelzimmer. Kam sie mit dem ersten zurück, wies sie auf den nächsten.
„Jetzt du“. So ging es Tag für Tag. Doch offenbar genügten wir ihr nicht. So verkündete sie beim Anblick eines muskulösen Spaniers, der auf der Promenade flanierte „Der gefällt mir, den will ich auch noch f…“. Obwohl wir an diesem Tag bereits alle brav unser freiwilliges Soll erfüllt hatten, war Desiree nach einer Zugabe. Betreten sahen wir uns an. Zweifel an unseren sexuellen Fähigkeiten spiegelte sich in unseren Gesichtern. Und wirklich. Desiree sprach zehn Sekunden lang mit dem Spanier und verschwand mit ihm. Nach dreißig Minuten zurück bei uns, ihrem ‚Stammpersonal?.
„Der Junge war gar nicht übel“. Wohl um uns zu trösten, fügte sie grinsend hinzu „Ihr aber auch nicht“.
Desiree beanspruchte uns Tag wie Nacht. Für andere Abenteuer blieb keine Zeit. Wollten und brauchten wir auch nicht. Wann erlebt man schon einmal eine Desiree? Egal wie man die Sache moralisch betrachtet, uns war es gleichgültig. Wir genossen sie und ihren Körper. Hauptsächlich ihren Körper. Lange Jahre später sprachen und lachten wir noch über dieses außergewöhnliche Erlebnis.

Hubert
Unabhängig davon, ob ich einen Krimi, einen normalen Roman oder ein Tierbuch schreibe, achte ich darauf, dass der Humor nicht zu kurz kommt. Zudem kann ich als Kölner kein Blatt vor den Mund nehmen. Das Ergebnis ist ein locker, flockiger Schreibstil, der auch die Erotik nicht außen vor lässt.
Hubert

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