Ein reuiger Hundebesitzer

Liebe Mitmenschen, die ihr keine Hunde habt und (ich betone und) diese auch nicht leiden könnt! Ihr habt ja sooo recht.
Was sind wir Hundebesitzers nur für ein schreckliches und rücksichtsloses Volk. Und zwar alle. Egal, ob Dackelbesitzer, Kampfhund-, Mischlings-, Doggen- oder Mopsbesitzer. Wir sind alle schlechte Menschen. Und schlechte Menschen haben keine guten Hunde.
Und ja: Diese Hunde haben Zähne. Also sind sie böse. Ohne Ausnahme. Es tut mir sooo leid. Deshalb möchte ich mich entschuldigen und allen mitteilen, dass ich aus meinen Fehlern gelernt habe. Weiterlesen

Camillo

Nein, Camillo war keine Frau. Sein Name steht stellvertretend für eine Zeit in meinem Leben, in der ich den Glauben an das weibliche Geschlecht total verlor.
Zum ersten Mal begegneten wir uns in einer Tanzschule. Erkannten gemeinsame Inte- ressen und freundeten uns an. Er führte mich in seinen Kreis ein. Ein Kreis, der absolut nicht meiner Mentalität entsprach. Keiner der Jungs nannte sich bei bürgerlichem Namen. Jeder hatte sich einen Künstlernamen zugelegt. Othello, Prinz, Meister oder ähnliche Idiotien.
Der große Mädchenkreis, der bei ihnen verkehrte, ließ mich verbleiben. Zu jener
Zeit behielten die Hormone zumeist noch die Oberhand über meine Vernunft. So veranstalteten Camillo und Genossen regelmäßig Partys mit unterschiedlichstem Motto. Weiterlesen

Peinlich, peinlich

In dieser Story steht kein weibliches Wesen im Mittelpunkt. Die Situation an sich ist es. Die es verdient, schriftlichen Niederschlag zu finden.
Ein kleiner Wald. Genauer: einige Bäume, die verzweifelt versuchten, den Status Wald zu erreichen. Bei Insidern trotzdem bekannt als Liebeswäldchen.
Ob Wochentag oder Wochenende stets parkte im Liebeswäldchen Auto an Auto. Beschlagene Scheiben, schaukelnde Karossen verrieten den wahren Grund für das abgelegene Parken. Weiterlesen

Spanner

Dafür, wie unvernünftig oder leichtsinnig man reagieren kann, bietet das nachfolgende Geschehen ein abschreckendes Beispiel.
Verschwiegener Parkplatz. Mond bescherte Dämmerlicht.
Sie und ich im Eva- bzw. Adamskostüm. Wieder auf der Rückbank. Wieder im Rausch der Sinne. Wieder Millimeter von der Vereinigung entfernt.
Schlagartig wurde es hell im Inneren des Wagens. Erschrocken fuhr ich hoch. Das Ziel meiner Wünsche schrie gellend auf. Entsetzen sprang aus ihren Augen. Vertieft in das, womit ich mich gerade eifrig beschäftigte, wusste ich im ersten Moment nicht, wo ich war. Konnte mit dem Trommelfell gefährdenden Schrei nichts anfangen. Dann aber. Weiterlesen

Elf Jahre älter

Sie dreiunddreißig, ich zweiundzwanzig. Zum ersten Mal sah ich sie, als sie das Tanzcafé Zell am Ring betrat. Schwarze, zum Turm toupierte Haare. Ansprechendes Gesicht. Hautenges Kleid. Meterhohe Pfennigabsätze. So stöckelte sie an Lou und mir vorbei und betrat das Café.
„Wow, hast du das Klasseweib gesehen? Das wär‟s doch. Die wäre die Richtige für Papa“.
„Stimmt schon, sie war Klasse. Aber sie scheint mir zu alt für dich zu sein“, wollte er meine Begeisterung dämpfen.
„Zu alt, zu jung. Egal. Ich versuche mein Glück. Mehr als nein kann sie nicht sagen. Wie du weißt, lässt mich so etwas kalt“. Weiterlesen

Unordnung mit System

Meine Frau Karin hat keinen Respekt vor alten Sachen. Keinen Respekt vor dem
Wert der Dinge. Es sei denn, sie sind mit Preisschild versehen und im Schaufenster eines Pelzgeschäftes platziert.
Es sind keine Kleinigkeiten, die sie im Laufe der Zeit weggeschmissen hat. Es waren Dinge, die bares Geld wert wären, wenn man sie eines Tages brauchen würde. Ich denke dabei an mein Büro. Und an meinen kombinierten Werkstatt-Hobby-Aufbewahrungsraum.
Eines Samstags kam ich von mehreren anstrengenden Besprechungen in der Stadt nach Hause. Weiterlesen

Rentnerdasein

Die folgende Story ist fiktiv. Hätte sich aber durchaus so zutragen können!!!
24. Mai
Halleluja, ein dreifaches Hoch. Es ist geschafft. Mein letzter Arbeitstag. Ich bin endlich Rentner. Jetzt geht mein Leben richtig los. Ich will einfach nur noch das machen, woran mich diese verdammte Arbeit immer gehindert hat.
25. Mai
Ich stehe früh auf. Weiß gar nicht, was ich zuerst tun soll. Der Rasen muss gemäht werden. Die Dachrinne muss repariert werden. Die Wasserhähne müssen entkalkt werden. Weiterlesen

Wasserscheu

Bald haben wir es überstanden“, unterrichtete ich Gina vom aktuellen Stand. „Ich bin froh, wenn wir endlich aus der Scheißkälte raus sind“.
Tierliebe und Pflichtbewusstsein hatten mich wieder einmal aus dem Haus getrieben. Nun, durchfroren, mit triefender Nase, freute ich mich aufs geheizte Wohnzimmer.
Auf Höhe einer abschüssigen Böschung angekommen. Am unteren Ende stand dicht am Bach ein Baum. Meine linke Hand meldete Protest an. Fühlte sich ungerecht behandelt. Während die rechte Hand in der warmen Hosentasche beschäftigungslos war, musste die linke nicht nur die verteufelte Leine im Griff halten. Sie war auch noch der Kälte ausgesetzt. Um nicht in irgendeiner Form Ärger mit der Hand zu bekommen, pustete ich wärmenden Atem auf Finger und Handfläche. Weiterlesen

Thekenmannschaft

Die Liebe zu König Fußball trieb meine Freunde und mich dazu, eine eigene Mannschaft zu gründen. Eine Thekenmannschaft. Der Name war schnell gefunden. FC Lenau. Zum einen befand sich das Domizil der meisten Spieler rund um den Lenauplatz. Zum anderen befand sich an diesem Platz unsere Stammkneipe.
Unsere fußballerischen Künste bewegten sich in einem Bereich, der es erlaubte, dass in Köln jeder Gegner vom Platz gefegt wurde. Grund genug für den Wirt der Stammkneipe, für jeden Sieg ein Essen zu kredenzen. Weiterlesen

Zwergdackel

In der folgenden Episode spielte ich notgedrungen den passiven Zuschauer. Der sich Hohn und Spott gefallen lassen musste. Beides zielte zwar auf Sammie, meine Golden Retriever Hündin. Emotional sehr mit meinem Hundemädchen verbunden, verletzten Hohn und Spott gleichzeitig Sammies Herrchen. Meist gab Sammie Anlass zur Freude. Oder stolz auf sie zu sein. Das Gegenteil von beidem war der Fall bei der Konfrontation mit einem Zwergdackel. Weiterlesen

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