Hummeln

In Episoden, in denen Menschen und Tiere verwickelt sind, spielt der Homosapiens meist die Nebenrolle. Erst recht, wenn der Star der Story eine Hündin mit Namen Gina ist.
Ein Handteller großes Loch im Erdreich einer Böschung. Ein Hund. Summende Hummeln. Zweimaliges Bellen. Vier Dinge, die, solo betrachtet, harmlos sind. In Kombination aber verheerend sein können. Okay, der Hund muss auch als Einzelstück nicht harmlos sein.
Zurück zu der Viererkombination.
Auf Spaziergang unterwegs. Mit der Hündin, die auf den Namen Gina hörte. Um ihrer neugierigen Nase Abwechslung zu bieten, auf unbekanntem Terrain. Weiterlesen

Verkehrskontrolle

Auf dem Weg zu meiner Arbeitsstelle musste täglich die Zoobrücke bewältigt werden. Kilometerlanger Stau war zur Berufszeit Normalität. Für Autofahrer, die die StVO befolgten, eine zeitaufwendige Angelegenheit von 20 bis 30 Minuten. Autofahrer, die sich mit der StVO nicht so richtig anfreunden konnten, suchten und fanden einen Weg, Zeit zu sparen.
Allerdings handelte es sich dabei um einen Weg, der den Ordnungshütern die Möglichkeit bot, auf Kosten der geplagten Autofahrer das Stadtsäckel zu füllen.
An dieser Stelle zum besseren Verständnis einen kleinen Ausflug in die StVO. Der
belegen soll, was die Obrigkeit ausgeklügelt hatte, um fremde Geldbörsen zu plündern. Weiterlesen

Telefonat der besonderen Art

An jenem Tag hatte ich das Gefühl, als gehörte mir die ganze Welt. Ich wusstenicht warum. Vielleicht hatte ich einfach nurgut geschlafen. Oder der Feuchtigkeitsgehalt in der Luft hatte nachgelassen. Oder mein Blutdruck wollte mir eine Freude bereiten. Stieg auf Werte, die keinen Grund zur Klage gaben. Wie auch immer. Jedenfalls fühlte ich mich am Morgen großartig. Die Sonne schien, die Bäume blühten. Vögel zwitscherten nicht. Er herrschte angenehme Ruhe. Ich war sowohl mit mir selbst wie auch mit dem Leben sehr zufrieden.
Und dann kam der Anruf von meinem Freund Dieter. Ich hob den Hörer ab und sagte „Hallo“. Weiterlesen

Blutentnahme

Arzttermin. Alarmierende Darmsignale. Zwei Tatsachen, die an und für sich nichts
Peinliches bewirken können.
Kritischer wird es, wenn hinter dem Arzttermin Blutentnahme steht. Wenn dann noch aufgrund Zeitnot die Darmsignale auf später vertröstet werden, heißt es höchste Alarmstufe.
All dies verschaffte mir eine Erfahrung, auf die ich leichten Herzens verzichtet hätte.
Der Reihe nach.
An jenem unglückseligen Tag rumorte es verdächtig in meiner Darmregion. Zwei
Besuche auf der Keramikschüssel wurden bereits ergebnislos abgebrochen. Sogar der Verdauungsglimmstängel versagte die übliche Hilfe. Weiterlesen

Hitze

„Schatz, vor zehn Minuten ist mir der Kugelschreiber runterfallen“.
Mein Schatz lag hingestreckt auf der Couch. Blinzelte unter von Eiswürfeln bedeckten Augen hervor.
„Heb ihn auf“, murmelte sie. „Den Kugelschreiber“.
„Unmöglich. Zu heiß“, lehnte ich die Anstrengung ab.
Ich wusste nicht, auf welchem Breitengrad mein Haus lag. Weit weg vom Äquator konnte es nicht sein. Im Schlafzimmer hatte ich erst gestern 42 Grad gemessen. An der Nordwand der schattigen Küche 48 Grad. Um Mitternacht. Seit Stunden lag ich einfach nur so herum. Bäuchlings. Die Gliedmaßen von mir gestreckt. Wie ein verendendes Tier. Nur dass ein verendendes Tier kein weißes Blatt Papier vor
sich liegen hat, auf dem ein wichtiger Brief geschrieben werden sollte. Weiterlesen

Hauptsache Medizin

Die folgende Geschichte hat sich im Prinzip wie geschildert zugetragen. Lediglich um den absurden Ablauf besonders deutlich darzustellen, habe ich ein wenig übertrieben. Na ja, nicht nur ein wenig. Eher schon gewaltig.
Los ging es im Treppenhaus. Zu jener Zeit mit 20 Jahren noch Gast im Hotel Mama. Mit besagter Mama an meiner Seite bewältigten wir keuchend die Treppenstufen bis hinauf zur dritten Etage. Dort befand sich das Domizil meiner Erzeuger.
„Verdammt, was ist das denn so plötzlich?“ rieb ich heftig meine rechte Ohrmuschel. Weiterlesen

Fehlendes Datum

Nach meinem Wechsel von der Bank zu Ford, gab es noch ein letztes Mal richtigen Terror mit meinem ehemaligen Arbeitgeber. Terror, der nicht mich betraf. Den ich einem anderen bereitete. Es handelte sich dabei um den stellvertretenden Zweigstellenleiter. Da mir sein Name leider entfallen ist, verleihe ich ihm in der folgende Story den seltenen Namen Meier.
Aus Zeitmangel bat ich meine Mutter, Geld von meinem Konto abzuheben. Mit einer Vollmacht ausgestattet suchte sie die Bank auf. Alles schien in Ordnung. Weiterlesen

Piepmatz

In der folgenden wahren Geschichte tummeln sich gleich drei Tiere. Mit einer Ahnentafel, wie sie unterschiedlicher nicht hätte sein können. Obwohl Hund, Katze und Vogel nie gemeinsam eine Urlaubsreise antreten würden, gelang es mir, die drei Wesen in eine Richtung zu dirigieren. Die am Ende zu einem positiven Ergebnis führte.
„Bald sind wir zu Hause“, unterrichtete ich Gina, mein vierbeiniges Hundemädchen, vom Stand der Dinge.
Erhielt ich bisher für jede Information ein dankbares Schwanzwedeln, blieb der Dank nun aus. Will heißen, der Schwanz stand still in der Luft. Weiterlesen

Unglückliche Umstände

Mit Gina wieder einmal am Bach zu finden. Auf einem Spaziergang, der nicht gut begann, schlecht weiterging und beschissen endete.
Der nicht gute Beginn ging auf mein Konto. Genauer auf das Konto meiner Schussligkeit. Beim Anziehen der Hundespazierhose verssäumt, die Kordel im Bund zu straffen, stand ich nach fünfzig Metern sozusagen im Freien. Gedanklich zu sehr in die Vergangenheit  vertieft, spürte ich die Kälte an nackten Beinen erst, als es zu spät war. Nicht zu spät, um die entblößten Beine zu bedecken. Das störte mich nicht. Zum einem war ich mit Gina allein auf weiter Flur. Zum anderen war schamhaft etwas, was mir fremd war. Weiterlesen

‚Freude‘ im Freudenhaus

Alles fing bei einem richtigen Männerabend an. Inszeniert von Freund Hans-Dieter. Dem es gelungen war, beinahe den gesamten Freundeskreis in eine Kneipe zu locken. Vollmundige Sprüche wie zum Beispiel „Es wird Zeit, dass wir uns mal wieder ohne die Frauen treffen“, verfehlten ihre Wirkung nicht. Lediglich zwei Kumpel glänzten durch Abwesenheit.
„War mir von vornherein klar, dass die beiden nicht kommen. Die Pantoffelhelden haben wahrscheinlich von ihrer Alten keine Ausgangserlaubnis erhalten, ha, ha, ha“, hatte Wortführer Hans-Dieter schnell eine Erklärung bereit. Weiterlesen