Vier auf einen Schlag

Nein, ich hatte mir keinen Harem zugelegt. Ich wollte lediglich meine drei Freunde und mich mit weiblicher Gesellschaft versorgen.
Der Reihe nach.
Sonntag. Wir waren zu viert. Alleine, ohne weibliche Begleitung. Der Planet am Firmament meinte es zu gut.
„Bei diesem super Wetter wäre es doch toll, an einer Talsperre Boot zu fahren, Eis zu essen oder im schattigen Wald spazieren zu gehen“, schlug jemand aus der Gruppe vor.
„Stimmt. Aber mit Mädels wäre es perfekt“, korrigierte ich den Vorschlag.
„Klar wäre das besser. Aber woher nehmen? Im Moment sind wir alle solo“.
„Mir schwebt da was vor. Gürzenich–Keller heißt das Zauberwort. Da ist um diese Zeit Tanztee. Und bestimmt etwas für vier stramme Burschen, wie wir es sind, zu holen“, schlug ich vor.
„Einen Versuch ist es wert“, erhielt ich Zustimmung.
Auf zu besagtem Keller. Suchend standen wir im Tanzraum. Taxierten die anwesende Damenwelt.
„Da hinten sitzen vier Opfer solo. Die mach ich klar!“ protzte ich.
„Wie willst du das auf die Schnelle anstellen? Hab nämlich keine Lust, bei diesem Wetter ewig in dem muffigen Bunker zu bleiben“, nörgelte ausgerechnet der Freund, der in Gegenwart weiblicher Geschöpfe die Zähne nicht auseinander bekommt.
„Lass Papa nur machen. Höfliche Worte vollbringen Wunder“, war ich mir meiner Überredungskunst sicher.
Lässig schlurfte ich zum Tisch der vier Grazien. Die ich nun davon überzeugen wollte, dass es an diesem Tag das Non- Plus-Ultra sei, uns zu begleiten.
„Erst einmal wünsche ich den Damen einen guten Tag“, startete ich zurückhaltend.
„Dann möchte ich mich vorstellen. Mein Name ist Hubert. Und ganz zuletzt entschuldige ich mich dafür, ungefragt an Ihren Tisch zu treten. Natürlich bin ich nicht ohne Hintergedanken so unverfroren. Ich möchte Ihnen nämlich einen Vorschlag unterbreiten, der den heutigen Tag noch schöner macht, als er bereits ist“.
Pause. Das Gehörte sollte sacken und neugierig machen. Acht fragende Augen forderten mich auf, zur Sache zu kommen.
„Wie Sie sicherlich wissen, draußen ist herrlicher Sonnenschein. Meine Freunde und ich möchten gerne bei diesem Wetter an eine Talsperre fahren und den Tag dort verbringen“.
Pause. Vage wies ich in Richtung meiner Freunde.
„Nun ist es weitaus amüsanter, den Tag in weiblicher Gesellschaft zu verbringen. Aus diesem Grunde stehe ich hier vor Ihnen. Und bin so verwegen, Sie zu bitten, uns zu begleiten“. Kurze Pause. „Mir ist natürlich klar, dass meine Bitte ungewöhnlich ist. Aber versuchen Sie die Angelegenheit mit unseren Augen zu sehen.
Wir könnten natürlich hierbleiben. Mit Ihnen einige Stunden tanzen und reden. Sie würden uns besser kennenlernen. Doch der Sonnenschein wäre weg. Und leider gibt es in unserer Heimat selten so schönes Wetter“.
Wieder hielt ich inne. Wollte die Wirkung meiner Worte sehen. Geteilte Mienen ließen mich im Ungewissen. Vielleicht brachte ein kleiner Scherz den Durchbruch.
„Eins kann ich Ihnen versichern, Mädchenhändler sind wir nicht. Ich schlage vor, dass ich zu meinen Freunden zurückgehe. Sie können in aller Ruhe beraten. Nach einigen Minuten komme ich wieder, und Sie geben mir Ihre Antwort“.
Wie nicht anders erwartet, sie fuhren mit. Es wurde ein wirklich schöner Tag. Die zufällige Wahl erwies sich als wahrer Glücksgriff.
Der Tag war ausgefüllt mit Anbaggern, Komplimenten und Gekicher. Weiblichem Gekicher. Bald schon hatten sich vier Paare gefunden.
Meine Aufmerksamkeit konzentrierte sich auf Uschi. Ihre Oberweite hatte es mir angetan. Die Freunde grinsten vielsagend. Sie kannten meine Schwäche.
Die Rückfahrt nahte. Vier neue Paare verteilten sich auf zwei alte Autos. Zum Glück parkte meine Karre weit weg vor der elterlichen Wohnung. So konnte ich mich mit Uschi auf die Rückbank zurückziehen. Und Annäherungsversuche starten. Kichernd ließ sie meine Hand wandern. Bis zur Gürtellinie, der Strafraumgrenze.
„Bitte nicht hier. Wir sind doch nicht alleine. Später mehr“, flüsterte sie.
Ein langer Kuss sollte mich vertrösten. Das Warten auf später hat sich gelohnt. Nach dem Wechsel in mein Auto fuhr ich sie heim zu ihrer eigenen Bude. Zur Belohnung schenkte sie mir eine Nacht. Die es in sich hatte.
Einer Virtuosin gleich spielte sie auf der Klaviatur des Liebesspiels. Sie beherrschte jede Taste rauf und runter. Kein Wunder, sie war seit einer Ewigkeit keine Jungfrau mehr!
Erschöpft und ausgelaugt trennten wir uns am nächsten Morgen. Nicht ohne uns vorher zu verabreden. Ich wollte noch mehr von ihr genießen. Und da besonders von der imponierenden Oberweite. Sechs anstrengende Wochen blieben wir zusammen.

Hubert
Unabhängig davon, ob ich einen Krimi, einen normalen Roman oder ein Tierbuch schreibe, achte ich darauf, dass der Humor nicht zu kurz kommt. Zudem kann ich als Kölner kein Blatt vor den Mund nehmen. Das Ergebnis ist ein locker, flockiger Schreibstil, der auch die Erotik nicht außen vor lässt.
Hubert

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