Vier in Kurzform

Nach dem ersten Abenteuer gelang es mir problemlos, zum erfolgreichen Vorgehen meiner Jugendzeit zurückzufinden. Bald schon war der Vorrat an witzigen Gags wieder aufgefüllt. Komplimente flossen wieder flüssig über meine Lippen.
Zeitungsannoncen sowie zufällige Begegnungen verhalfen zu weiteren Abenteuern. Allerdings mit einem großen Unterschied. Älter und reifer geworden, fasste ich nicht mehr wahllos jede Gelegenheit beim Schopf. Irgendetwas musste mich schon ansprechen. Allein die Tatsache, dass das Ziel meiner Begierde ein weibliches Geschöpf war, genügte nicht mehr. Stellvertretend für mein neues Denken nachfolgend vier Erlebnisse in Kurzform.
Verabredung mit einer Krankenschwester. Sie sah passabel aus. Nach einem Spaziergang gingen wir zu mir. Kaffee trinken!! Wir betraten das Haus. Sie sah Sammie, meinen vierbeinigen Liebling.
„Iih, du hast ja einen Hund“, entfuhr es ihr. Ende. Good bye. Die schönste Frau hätte ich nicht gegen meine treue Hündin getauscht.
Eine andere Frau in meinem Hause. Auf eine Tasse Kaffee!
„Hier würde ich mich auch wohlfühlen“.
Meine Alarmglocken schrillten laut. Ein Wink mit dem Zaunpfahl? Nein, ich wollte solo bleiben. Good bye.
Im Bett einer verheirateten Frau. Ihr Mann war auf Geschäftsreise. Unsere Hormone tobten. Beide sehr erregt. Da griff sie zur Nachttischschublade. Nahm Handschellen heraus und hielt sie mir erwartungsvoll lächelnd entgegen.
„Jetzt kommt der letzte Kick“, lockte sie mit verführerischem Augenaufschlag. Meine Erregung klang – und schwoll – beim Anblick dieser Dinger schlagartig ab. Nie würde ich mich wehr- oder hilflos in die Gewalt fremder Menschen begeben. Zu groß war die Gefahr, latente Gelüste auszulösen. Die mir schlimmstenfalls einen Platz in einer Holzkiste unter dem Erdreich eingebracht hätten.
„Leg den Scheiß nur weg. Mit mir nicht“.
„Warum denn bloß? Es gibt uns wirklich einen ordentlichen Kick“.
„Kick? Brauch ich nicht. Leg den Mist endlich weg“, wurde ich laut.
Jetzt sollte eine Drohung zu dem verhelfen, was ich resolut ablehnte.
„Wenn du nicht willst, kannst du gehen“.
Kaum hatte sie das letzte Wort gesprochen, stand ich schon in Klamotten. Good bye.
Einen positiven Eindruck strahlte eine andere Frau aus. Hübsch. Heiße Dessous. Von der Natur verschonter Body. Sex mit ihr verlangte nach Wiederholung. Vier Wochen waren wir zusammen. Da eröffnete sie Erstaunliches.
„Ich möchte unsere Beziehung beenden. Ich habe das Gefühl, ich verliebe mich in dich. Leider sind da zwei Punkte, die du wohl nicht akzeptieren würdest. Da ist es für mich besser, sich jetzt zu trennen. Später würde es mir wehtun“.
Natürlich wollte ich wissen, was sie zu dieser Aussage veranlasste.
„Das ist nur fair. Aber du machst mich neugierig. Was ist denn so schlimm, das ich
nicht hinnehmen würde?“
„Na ja. Ich weiß, dass du total gegen Rauschgift bist. Ich hasche regelmäßig. Egal, was du denkst. Es ist so“.
„Und der zweite Punkt?“
„Zwei bis drei Mal im Jahr brauche ich Sex mit einer Frau. Ich bin zwar keine Lesbe, aber irgendwie brauche ich das“.
Sie lag richtig. Beides hätte ich nicht akzeptiert. Good bye.

Hubert
Unabhängig davon, ob ich einen Krimi, einen normalen Roman oder ein Tierbuch schreibe, achte ich darauf, dass der Humor nicht zu kurz kommt. Zudem kann ich als Kölner kein Blatt vor den Mund nehmen. Das Ergebnis ist ein locker, flockiger Schreibstil, der auch die Erotik nicht außen vor lässt.
Hubert

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