Zwei plus zwei macht nicht immer vier

Das ist eine Leseprobe aus „Zwei plus zwei macht nicht immer vier“

Zwei plus zwei macht nicht immer vier Buch Cover

Angeekelt flüchtete sie ins Bad. Dort, wo sie schon x-mal eine heiße Dusche genossen hatte. Doch nie, wenn der Vater sich in der Wohnung aufhielt. In letzter Zeit hatte er angefangen, ihr nachzuspionieren. Tauchte auf, wenn sie sich an- oder auszog.

Scherzte über die zarten Rundungen, die allmählich ihren Körper veränderten. In der Hoffnung, ungestört zu bleiben, schlüpfte sie aus Shorts, T-Shirt und Slip. Und wusch sich unter den Achselhöhlen und zwischen den Beinen.

„Schade, dass der Spiegel im Wohnzimmer liegt“, bedauerte sie die Möglichkeit, ihre körperliche Entwicklung inspizieren zu können. In der Schule hatte sie sich vor Wochen mit Freundinnen in eine Toilette gepfercht und gegenseitig Brüste begutachtet. Die zu aller Freude voller wurden. Es war aber nicht das Gleiche, wie den eigenen Körper zu mustern. Brüste anderer Mädchen interessierten sie nicht.

Vorsichtig folgte sie mit den Fingerspitzen den Rundungen ihrer kleinen Brustwarzen nach. Das prickelnde, angenehme Gefühl – bis dato unbekannt – führte dazu, dass sie erstaunt den Atem anhielt. Mit sich und ihrem neuen Körper beschäftigt entgingen ihr die unsicheren Schritte, mit denen sich der Vater dem Bad näherte.
Ohne anzuklopfen, riss er die knarrende Tür auf. Ließ ihr keine Zeit, sich zu bedecken.

„Muss pissen“, raunzte er undeutlich und fügte nuschelnd „machs du en da? Bisse etwa gansch nackisch?“ hinzu.
„Ich wasch mich nur, Paps“, wurde sie feuerrot und angelte verzweifelt nach dem Handtuch, das am Haken hing.
Obwohl betrunken, reagierte er zu schnell für sie. Brachte das Handtuch in seinen Besitz und versperrte Sekunden später mit seiner mächtigen Gestalt die Tür.
„Ziehschtu vielleich schon mit Kerlen rum? Schläfschtu vielleich rum?“
„Nein“, versuchte sie weinend, das Handtuch aus seiner Hand zu zerren. Bieratem und blutunterlaufene Augen wankten auf sie zu.

„Bischtu sicher, Fräulein?“
„Ja Pa, ich bin sicher“, wisperte sie mit angsterfüllter Stimme.
Wäre vor Verlegenheit am liebsten gestorben. Oder in ihrem Bett verkrochen. In den Augen, die sie jetzt eingehend musterten, stand nichts Gutes. Ihr kleines Herz hämmerte, signalisierte GEFAHR! GEFAHR! Entsetzt erkannte sie, dass sie in der Falle saß. Mit tellergroßen Augen musste sie wehrlos mit ansehen, wie er in seiner Hose herumgrapschte. Mit dem Erfolg, dass er seinen brennend roten Schwanz hervor holte. „Siehscht du das hier?“ knurrte er.
Sie war wie gelähmt. Sagte kein Wort.

„Siehscht du das?“ wiederholte er, das Gesicht so rot wie sein bestes Stück.
„Davor muschtu dich in acht nehmen“, streichelte er verliebt sein steifes Glied. „Damit wird dich jeder Kerl, den du triffscht, stechen wollen“.
Als er nach ihr griff, schrie sie wie ein verwundetes Tier auf.
„Nein! Nein! Nein!“ erklang ihre Stimme so schrill und unwirklich, als sei es die Stimme einer unbekannten Frau.
Aber da war niemand. Niemand, der sie hörte. Niemand, den interessiert hätte, was mit ihr geschah. Und damit begann der Albtraum. Dann wurde Wirklichkeit, was jedem Horrorfilm Konkurrenz machen konnte.

ASIN: B00BW2524E
Format: Kindle Edition

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Hubert
Unabhängig davon, ob ich einen Krimi, einen normalen Roman oder ein Tierbuch schreibe, achte ich darauf, dass der Humor nicht zu kurz kommt. Zudem kann ich als Kölner kein Blatt vor den Mund nehmen. Das Ergebnis ist ein locker, flockiger Schreibstil, der auch die Erotik nicht außen vor lässt.
Hubert

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